Gespräch mit Verkehrsminister Mansoori

„Jetzt sind konkrete Schritte gefragt“ –

AG A5 Alternativen spricht mit Verkehrsminister Kaweh Mansoori über zukunftsfähige Verkehrskonzepte und fordert entschlossenes Handeln

Die Arbeitsgruppe Alternativen im Bündnis “Stopp A5-Ausbau” hat am vergangenen Freitag ein Gespräch mit dem hessischen Verkehrsminister Kaweh Mansoori und zwei seiner Referatsleiter aus dem Ministerium geführt. Als AG Alternativen machen wir deutlich: Der mehrspurige Ausbau der A5 zwischen Frankfurter Kreuz und Friedberg ist nicht alternativlos. Bereits im Juni vergangenen Jahres haben wir mit einer eigenen Studie konkrete und umsetzbare Vorschläge vorgelegt, wie durch Investitionen in Schienenpersonenverkehr und im regionalen Radverkehr die Autobahn wirksam entlastet und der Autoverkehr nachhaltig reduziert werden kann.

„Mehr Asphalt löst keine Verkehrsprobleme – im Gegenteil: Er schafft nur neuen Verkehr“, sagt Willi Loose von der AG A5 Alternativen. „Wir brauchen stattdessen einen Ausbau des Schienen- und Radverkehrs als nachhaltige Mobilitätsangebote.“

„Das Gespräch war offen, konstruktiv und von echtem Interesse geprägt“, sagt Joachim Schirrmacher vom ADFC Frankfurt. „Minister Mansoori hat deutlich gemacht, dass auch er Verkehr nicht nur als Straßenbau, sondern als Gesamtaufgabe versteht.“

Engpass Main-Weser-Bahn: Unterstützung zugesagt

Zentrales Thema des Treffens war der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahnzwischen Friedberg und Gießen. Der Streckenabschnitt ist bereits heute ein Nadelöhr für Personen- und Güterzüge und wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen des Deutschlandtakts ist vorgesehen, das Angebot im Nahverkehr auszuweiten. Zudem wird ein erheblicher Anstieg des Güterverkehrs erwartet, da die beiden Rheinstrecken bereits heute stark ausgelastet sind und künftig ein größerer Anteil der Verkehre aus Richtung Köln und Ruhrgebiet über Siegen, Gießen-Bergwald und Friedberg geführt werden soll.

„Die Überlastung zwischen Friedberg und Gießen ist längst Realität: Schon in diesem Jahr müssen wegen der Generalsanierung auf der Rheinstrecke Güterzüge über die Main-Weser-Bahn umgeleitet werden – zulasten des Nahverkehrs, der eingekürzt wird. Das zeigt deutlich, warum der viergleisige Ausbau jetzt in den Vordringlichen Bedarf (Engpassabeseitigung) des Bundesverkehrswegeplans, gehört.“, so Fabian Mitter von der VCD Regionalgruppe Rhein-Main.

Minister Mansoori erklärte, das Anliegen im Dialog mit dem Bund und der DB InfraGO aufzugreifen und sich dafür einzusetzen, dass der viergleisige Ausbau in den Vordringlichen Bedarf (Engpassabeseitigung) des Bundesverkehrswegeplansaufgenommen wird. 

Reaktivierung der Solmsbachtalbahn: Transparenz gefordert

Auch die Reaktivierung der Solmsbachtalbahn [Brandoberndorf-Albshausen-(Gießen)] wurde im Gespräch thematisiert. „Es ist unverständlich, dass der Landrat des Lahn-Dill-Kreises die Ergebnisse der Studie zur Solmsbachtalbahn seit Monaten zurückhält und damit den weiteren Reaktivierungsprozess erst einmal blockiert.“, so Philipp Loth von der VCD Regionalgruppe Rhein-Main. Mansoori kündigte an, sich für eine Veröffentlichung der Ergebnisse einzusetzen.

Rückenwind für den Radverkehr

Neben dem Ausbau der Schiene kann auch der Radverkehr auf vielen Relationen eine attraktive und nachhaltige Alternative zum Auto darstellen. Voraussetzung dafür ist ein gut ausgebautes Radwegenetz, insbesondere leistungsfähige Radschnellverbindungen aus der Region. 

„Nur mit einem sicheren und durchgängigen Radwegenetz wird das Fahrrad zur echten Alternative im Alltag“, betont Sofrony Riedmann vom ADFC Hessen. „Jeder gefahrene Kilometer weniger auf der A5 bedeutet mehr Lebensqualität für die Menschen und weniger Belastung für das Klima.“ 

Um Planung und Bau zu beschleunigen, ist ein Planungsbeschleunigungsgesetz vorgesehen. Zudem will sich Minister Mansoori gegenüber dem Bund dafür einsetzen, dass Kürzungen der Mittel für den Radwegebau an Bundesstraßen zurückgenommen werden.

Fazit

Wir ziehen ein gemischtes Fazit: Wir begrüßen, dass das Ministerium neben dem Autoverkehr auch nachhaltigere Mobilitätsformen in den Blick nimmt. Gleichzeitig erkennen wir die bestehenden Einschränkungen – der Weg zu einer echten Mobilitätswende ist noch weit. Wir werden weiter mit politischen Verantwortungsträgern im Austausch bleiben, um uns für die Realisierung der Alternativen stark zu machen.

Willi Loose
für die Arbeitsgruppe
Alternativen zum Ausbau der A5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert